Über dem Bildschirm klebt ein Pfeil aus Pappe. „Trau dich, klick mich!“ steht darauf. Wer der Aufforderung folgt, landet in einer digitalen Ausstellung über Selbsthilfe, die den ganzen Oktober über im Bürgerbüro des Pirnaer Rathauses steht. Letzter Tag ist der 26. Oktober 2026.

Ein Touchscreen statt Stellwände

DISEKO steht für Digitale Selbsthilfekontaktstelle. In einem ihrer Projekte ist eine Wanderausstellung entstanden, die ohne Plakatwände und Broschürenstapel auskommt. Gezeigt wird sie auf großen Touchdisplays, sogenannten interaktiven Infostelen, die an öffentlichen Orten aufgestellt werden. Die Idee dahinter: Selbsthilfe dort sichtbar machen, wo Menschen ohnehin vorbeikommen.

Das Bürgerbüro passt dafür gut. Wer hier wartet, ist wegen eines Ausweises oder einer Ummeldung gekommen und hat selten nach einer Selbsthilfegruppe gesucht. Manche stoßen genau so zum ersten Mal auf ein Angebot, das zu ihrer Situation passt. Gefördert wird die Ausstellung von der Krankenkasse IKK classic.

Was auf dem Bildschirm zu finden ist

Die Startseite trägt den Titel „Selbsthilfe. Gemeinsam stark.“ Darunter teilt sich das Angebot in die Bereiche Gruppen, Themen und DISEKO. Unter „Gruppen“ reihen sich Kacheln mit Fotos aneinander, durch die man mit den Pfeiltasten blättert. Jede Kachel stellt eine Gruppe oder ein Projekt in einem Satz vor.

Die Bandbreite ist groß. Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen ist vertreten, ebenso die Rheuma-Liga Sachsen mit Bewegungsangeboten gegen den Schmerz. Der Verein Steine im Rucksack bietet Raum für Gespräche, wenn die Seele schwer trägt. UIK e.V. richtet sich an Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch, das Buusenkollektiv an Frauen, die mit Krebs leben. Neben Gruppen aus der Region tauchen auch digitale Selbsthilfeangebote auf, die überregional arbeiten und sich von zu Hause aus nutzen lassen.

Am rechten Rand führt eine Menüleiste zu weiteren Inhalten, darunter ein Wegweiser und ein Bereich mit Fragen und Antworten. Unten rechts lässt sich die Darstellung auf barrierefrei umstellen. Gleich neben der Stele hängt ein Ständer mit gedruckten Flyern, unter anderem von KISS und von einer Selbsthilfegruppe für Angehörige psychisch Kranker.

Warum sich der Besuch für bestehende Gruppen lohnt

Regionale Selbsthilfegruppen können sich für die Ausstellung registrieren lassen und erscheinen dann mit eigener Kachel auf der Stele. Für Gruppen, die neue Mitglieder suchen oder schlicht bekannter werden wollen, ist das ein Weg, der wenig Aufwand kostet.

Ein Blick vor Ort hilft bei der Entscheidung. Wer die Ausstellung selbst durchklickt, sieht schnell, wie andere Gruppen sich präsentieren, welche Fotos funktionieren und wie viel Text auf eine Kachel passt. Bei Fragen zur Registrierung unterstützt KISS Pirna.

Häufige Fragen zur Ausstellung

Wo und bis wann ist die Ausstellung zu sehen?
Im Bürgerbüro des Rathauses Pirna am Markt, noch bis zum 26. Oktober 2026, während der regulären Öffnungszeiten.

Muss ich mich anmelden?
Nein. Die Stele steht im öffentlich zugänglichen Bereich und kann von allen Besucherinnen und Besuchern genutzt werden.

Wer kann sich in die Ausstellung eintragen lassen?
Selbsthilfegruppen aus Pirna und Umgebung. Digitale Selbsthilfeangebote sind ebenfalls vertreten, auch wenn sie überregional arbeiten.

Wer nur ein paar Minuten Wartezeit hat, tippt am besten direkt auf „Gruppen“ und wischt sich durch die Kacheln.